Training und Fitness für Nierenkranke Körperliches Training ist für chronisch Nierenkranke das Mittel der Wahl, um so leistungsfähig wie möglich zu bleiben oder wieder zur werden. Bereits in frühen Stadien einer Nierenerkrankung findet sich eine messbare Einschränkung von Kraft und Ausdauerleistungsfähigkeit.
Mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion findet sich eine fortschreitende Verminderung der Kraft sowie der Ausdauerleistungsfähigkeit. Diese Einschränkungen sind Ausdruck tief greifender Stoffwechselveränderungen, die bei Nierenkranken schleichend und zunächst unmerklich zu einer Verminderung der Muskelkraft führen.
Ursächlich sind verschiedene Faktoren von Bedeutung:
- der gestörte Vitamin D-Stoffwechsel führt zu einer Störung von Knochen und Muskeln;
- die Übersäuerung des Blutes bei der Nierenkrankheit führt zu einem Muskelabbau;
- bei einigen Patienten besteht zusätzlich ein Eiweißverlust über die Nieren, der den Körper weiter schwächt.
Auch nach erfolgreicher Nierentransplantation steigen Kraft und Ausdauer häufig nur gering wieder an.
Körperliches Training ist in allen Stadien der Nierenerkrankung das einzige Mittel, um Knochen und Skelettmuskulatur auf natürliche Weise zu stärken. Darüber hinaus muss der Vitamin D-Stoffwechsel normalisiert werden. Maßvolles körperliches Training sollte daher schon im Frühstadium einer Nierenerkrankung begonnen werden. Bei Hämodialysepatienten bietet sich die Möglichkeit eines speziellen Trainings, welches auch während der Dialysebehandlung durchgeführt werden kann. Hierfür stehen spezielle Trainingsgeräte zur Verfügung. Ein, an die individuellen Gegebenheiten angepasstes, Trainingsprogramm sollte zusammen mit dem behandelnden Facharzt für Nierenheilkunde (Nephrologe) erarbeitet werden.
Dr. med. Jörg Schiele, Facharzt für Innere Medizin, Nephrologe