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Dr. E.-J. Winkelmann

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Übergewicht - alles nur eine Frage der Gene?

In Deutschland ist jetzt bereits jedes fünfte Kind zu dick. 80 Prozent von ihnen werden ihr Leben lang übergewichtig bleiben, warnen Experten des medizinischen Informationsdienstes „Grünes Kreuz“.
Ernährungswissenschaftler sind sich uneins, darüber, ob die überschüssigen Pfunde eher auf eine ungesunde Lebensweise oder auf eine vererbte Veranlagung zurückzuführen sind. Dr. Petra Platte vom Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik der Universität Trier lebte drei Jahre lang in der Gemeinschaft der Amish-People in Pennsylvania, USA, um hier den Zusammenhang zwischen Übergewicht und genetischer Veranlagung zu untersuchen. Angehörige dieser  Glaubensgemeinschaft waren im 18. Jahrhundert aus Deutschland und der Schweiz nach Amerika ausgewandert. Ihre Nachfahren leben heute noch wie damals: Sie nutzen keine moderne Technik und ernähren sich von der Landwirtschaft. Die Amish-People sind genetisch isoliert, da Ehen nur innerhalb der Gemeinschaft geschlossen werden. Für Wissenschaftler also ideale Bedingungen, um Vererbung zu studieren.

Platte fiel auf, dass die Amish ebenso häufig fettleibig sind wie die Deutschen. Obwohl sie Tag für Tag im Ackerbau und Haushalt schuften, also mehr Bewegung haben als der Durchschnittsdeutsche. Die Forscherin untersuchte 3000 Mitglieder von 17 Großfamilien. Und fand heraus, dass dicke Amish-People meist dicke Kinder und dicke Geschwister haben. Also doch alles nur eine Frage der Gene?
Ob eine Person schnell dick wird, wird zu circa 50 Prozent durch das Erbgut bestimmt, meint Professor Dr. Johannes Hebebrand von der Universität Duisburg-Essen. Es seien bereits mehrere Gene bekannt, die das Gewicht beeinflussen. Gene allein machen aber nicht dick.  "Vielmehr führt die Kombination aus genetischen Faktoren und Lebensstil bei veränderten Umweltbedingungen wie einer energiereichen Ernährung und mangelnder Bewegung dazu, dass wir stark zunehmen", erklärt Hebebrand.



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