GENESA - Gesundheits-Netz Saarlouis
Es stellt sich vor:
Dr. Peter Kessler

[ mehr erfahren ]

Der Erreger bleibt resistent

Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen mit HIV (Human Immunodeficiency Virus) – dem menschlichen Immunschwäche-Virus – infiziert. In Deutschland leben etwa 56.000 Betroffene, so das Robert-Koch-Institut in Berlin. Besorgt registrieren die Experten, dass die Zahl der Neuerkrankungen hier zu Lande in den letzten Jahren wieder zugenommen hat. Nachdem diese in den 1990er Jahren relativ stabil bei rund 2000 Ansteckungen pro Jahr lag, kam es im Jahr 2006 zu etwa 2700 HIV-Neudiagnosen in Deutschland. Fatalerweise glauben viele Menschen, dass AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome; erworbene Immunschwächekrankheit) mittlerweile heilbar ist, was sie zu einem sorgloseren Umgang mit der Krankheit veranlasst. Doch dies ist ein Irrtum! Die AIDS-Forschung macht zwar Fortschritte, doch es existiert noch immer kein Impfstoff. Aufgrund heutiger Behandlungsmöglichkeiten kann lediglich der Zeitraum zwischen einer Infektion mit dem HI-Virus und dem darauf folgenden Ausbruch der AIDS-Erkrankung verlängert werden.
Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART)
Für die medikamentöse Behandlung von HIV-Infizierten stehen derzeit mehr als 20 verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung. Die Verabreichung verschiedener Medikamenet gleichzeitig wird als hochaktive antiretrovirale Therapie (Highly Active Antiretroviral Treatment; HAART) bezeichnet. Sie gehört seit 1998 zum Standard der Behandlung von HIV und AIDS in Deutschland. Dabei richten sich die momentan verfügbaren Medikamente gegen viruseigene Eiweißstoffe, die das HI-Virus zur Vermehrung unbedingt benötigt. Werden diese „Hilfsmittel“ des Virus unschädlich gemacht, bleibt auch eine Vervielfältigung des Virus aus. Doch das Hauptproblem von AIDS-Patienten ist, dass sich der Erreger sehr schnell verändert und somit auch sehr rasch resistent gegen die verabreichten Wirkstoffe wird.
Lebenserwartung gestiegen
Seit Einführung der HAART-Therapie hat sich die Lebenserwartung von HIV-Betroffenen deutlich verbessert. Denn die Verabreichung mehrerer Medikamente gleichzeitig erschwert es dem Virus gegen alle Wirkstoffe gleichzeitig Resistenzen zu bilden. So hat eine in Frühjahr 2007 veröffentlichte dänische Studie (1) gezeigt, dass in den Jahren 2000 bis 2005 die noch zu erwartende Lebenszeit eines 25 Jahre alten AIDS-Patienten dank der HAART-Therapie von durchschnittlich 20 auf immerhin 32,5 Jahre anstieg. Ein gesunder 25-Jähriger hat allerdings eine „Rest-Lebenserwartung“ von 51,1 Jahren. Daran zeigt sich, dass trotz moderner Medizin, HIV-Patienten immer noch deutlich früher sterben als gesunde Menschen.


[ zurück zur Übersicht ]